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Ausstellung | Nr. 71

Werner Hurter «von dort nach hier»

27.8. – 2.10.2016

Vorschau Einladung 71

 

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Vernissage:
Samstag, 27.8.2016, 17.30 Uhr
Einführung durch Dr. Tina Grütter, Kunsthistorikerin

 

Rahmenprogramm:

Sonntag, 4.9.2016, 11.30 Uhr
Werner Hurter führt durch die Ausstellung.

Sonntag, 18.9.2016, 11.30 Uhr
Adrian Mebold, Kunst- und Architekturkritiker und Walter Hollenstein, Architekt, im Gespräch mit Werner Hurter.

Sonntag, 25.9.2016, 11.30 Uhr
René Peter, «ein schreiber mit heftiger aversion gegen alles was nach duden riecht», liest aus seinen Büchern.

 

Zur Ausstellung von Werner Hurter erscheint ein Katalog und ein Künstlerheft.

 

 

Zur Austellung

Nach der Gedenkausstellung für Alfred Auer (1937 – 2012) und der Retrospektive für Eugen Del Negro (geb. 1936) würdigt oxyd nun den renommierten Winterthurer Künstler Werner Hurter ebenfalls mit einer grossen Übersichtsschau. Lange hatte sich Hurter gegen eine Retrospektive gesträubt, zuletzt noch 2007, als das Kunstmuseum Winterthur sein damals aktuelles Schaffen ehrte. Auch jetzt malt der 84-Jährige, als gäbe es kein Alter für ihn. Dennoch erachtet Hurter den Moment gekommen, wo ein Rückblick als eine Premiere auch für ihn stimmt. In den neu strukturierten, weissgestrichenen Räumen von Oxyd wird sein facettenreiches Werk mit seiner spannungsvollen Breite und dichten Qualität ein ganz besonders intensives Licht entfalten können.

 

  • Werner Hurter

     

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  • Werner Hurter

     

 


 

Pressestimmen

 

«Ich glaube stets an die Zukunft»

Oxyd-Kunsträume zeigen einen Überblick über Werner Hurters Schaffen aus den letzten vier Jahrzehnten. Für den 84-jährigen Winterthurer Künstler ist diese Ausstellung die erste Retrospektive überhaupt.

Als Werner Hurter 2007 für eine Einzelausstellung ins Kunstmuseum Winterthur eingeladen wurde, wollte er von einer Retrospektive noch nichts wissen und zeigte stattdessen eigens für die Ausstellung neu geschaffene Werke. Für die Ausstellung im Oxyd hat er nun gemeinsam mit seinem Sohn, dem Künstler Theo Hurter, seinem Galeristen Walter Büchi und anderen engen Vertrauten Werke aus mehreren Schaffensperioden seit den 1980er-Jahren ausgewählt. Kein leichtes Unterfangen, denn bei Hurters überbordendem Schaffensdrang ist im Verlauf der letzten Jahrzehnte ein unglaublich grosses Konvolut entstanden.

Als Auftakt stösst man auf zwei fesselnde Entdeckungen. Da ist einerseits das grossformatige Bild «Brackwasser». Der unprätentiöse Titel – angespielt wird auf den Bereich einer Flussmündung, wo sich Süss- und Salzwasser mischen und wo sich Mengen von Schwemmmaterial ansammeln – steht für ein abstraktes Werk vorwiegend in Grautönen. Die Farben sind vielschichtig, kraftvoll, beinahe dramatisch und doch mit souveräner Leichtigkeit aufgetragen. Der Malprozess sei ihm wie eine Explosion vorgekommen, erinnert sich Hurter – eine Explosion, die sein malerisches Können bezeugt.

«Himmelskarte»
Neben diesem Werk hängt die zweite grossartige Überraschung: eine sechsteilige Werkserie von Frottagen. Die Frottage ist eine Technik, bei der die Oberflächenstruktur eines Gegenstandes mittels Abrieb auf ein darüberliegendes Papier übertragen wird. Hurter zeigt sechs Blätter, die durch den Abrieb einer verputzten Wandfläche entstanden sind. Neben zahlreichen Nagellöchern mäandert der Schatten von gespannten Schnüren über die Bilder – man scheint das Abbild einer überwältigenden Sternenlandschaft vor sich zu haben, ein darübergezogenes Raster versucht der unübersichtlichen «Himmelskarte» eine eigene Systematik überzustülpen.
Die Gegenüberstellung dieser beiden Arbeiten zeigt einen wichtigen Wesenszug im Schaffen Hurters auf: Es lässt sich keine lineare Werkentwicklung ableiten – Hurters Werk ist geprägt von Brüchen. Arbeiten bedeutet für Hurter letztendlich Experimentieren. Einzelne Themen und Werkaspekte werden ausgeführt, geraten dann in Vergessenheit oder werden verworfen, um dann Jahre später wieder aufgegriffen zu werden.

Enorme Werkfülle
Die Ausstellung im Oxyd weist daher auch keine chronologische Hängung auf, sondern ist nach Werkgruppen sortiert. Wenn man bedenkt, welche enorme Werkfülle für die Retrospektive zur Verfügung stand, ist diese sehr gelungene Hängung letztendlich der Kunst des Weglassens geschuldet. Hurter selbst bereitet es eine grosse Freude, einige seiner Arbeiten nun wiederzusehen. Zum Teil sind es Arbeiten, die er über die Jahre vergessen hat, oder grossformatige Arbeiten, die er nun in den Räumen des Oxyds endlich einmal wieder gehängt betrachten kann.
Dazu gehören auch die beiden grossformatigen «Elbstücke» aus den 1980er-Jahren. Entstanden sind sie wie das Werk «Brackwasser » nach wiederholten Reisen nach Schleswig-Holstein, in die Heimat seiner Frau. Hurter erzählt, wie er dort anfangs die Landschaft regelrecht gesucht habe und doch nur ihre extreme Horizontalität wahrnahm, bis er plötzlich Wolkenlandschaften über sich hinwegsausen sah – Wolken, die so gar nicht in helvetischer Langsamkeit weiterzogen, sondern vom Wind gepeitscht über die flache Ebene jagten.

Der andere Hurter
Und dann gibt es natürlich den anderen Hurter, den ehemaligen Architekten. Eine Serie aktueller Zeichnungen zeigt Parallelen zu Hurters wohl bekanntestem Kunst-am-Bau-Projekt in Winterthur, dem «Gwülch» bei der Berufsschule Mühletal.
Auch bei den gezeigten Zeichnungen kann sich Hurter eine Umsetzung als Skulptur gut vorstellen. Würde hier der Weg von der zweidimensionalen Zeichnung zum dreidimensionalen Objekt eingeschlagen, so ging Hurter bei der im oberen Kabinett gezeigten Serie der Tische den umgekehrten Weg. Diese Serie von fünf grossformatigen Blättern zeigt jeweils einen Tisch und einen Hocker – ausgeführt in unterschiedlichen Farbnuancen. Wenn man den Tisch als elementares Architekturelement liest – als vier Stützen mit einer Decke –, schlug Hurter hier gekonnt den Bogen von der Dreidimensionalität in die Fläche.
Im oberen Stockwerk dann noch eine weitere gelungene Überraschung: Hurter wendet sich in seinem aktuellen Schaffen den Farben zu. Wie er selbst sagt: «Ich war lange Zeit ein Graumaler, aus dem einfachen Grund, weil ich Angst vor Farben hatte. Farben setzte ich immer mit Schönheit gleich, und diese Art von Schönheit wollte ich vermeiden.»

Befreit von «schönen Tönen»
Damit meint der Künstler die Malerei von Vuillard, Zender und Schmid, die in Winterthur mit ihren «schönen Tönen» das Feld besetzt hielten. Heute hat sich Hurter von den Vorgaben der vermeintlich «schönen, bürgerlichen » Malerei befreien können – Farbe ist für ihn möglich geworden. Von seiner Fähigkeit, damit umzugehen, zeugen die aktuell entstandenen Arbeiten eindrücklich.
Wenn man in den gezeigten Werken nach einem gemeinsamen Nenner sucht, dann ist es sicherlich die Freude am Experiment, die Spontaneität, die Offenheit, immer wieder Neues zu wagen und sich unvermittelt in den Schaffensprozess hineinzuwerfen. Oder wie Hurter es selbst zusammenfasst: «Ich glaube stets an die Zukunft.»

 

KATJA BAUMHOFF, Der Landbote vom 31. August 2016

 

 

 

Weitere Informationen als Download (zip)

 

 

 

 


iifall 15. | im September

Marc Jenny «Kontrabass»

15.9.2016 ab 18 Uhr

Marc Jenny kommt mit seinem Kontrabass
Marc Jenny sucht das Licht im Klang. Und im oxyd den strahlenden Hallraum. «Irgendwohin geht die Reise», schreibt er. «Irgendjemand kommt meistens mit». Machen wir uns also auf den Weg zu seiner Improformance.

 

Vorschau iifall Nr.3

 

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iifall

Leben, so der Philosoph Henry James, ist Inklusion und Konfusion. Alles gehört dazu, alles ist durcheinander. Kunst hingegen, so fährt James fort, bedeutet Unterscheidung und Auswahl. Und zwar immer wieder von Neuem. Denn wenn wir neu unterscheiden und neu auswählen, dann fällt uns auch Neues ein, und wir finden zu überraschenden Eindrücken und Urteilen über uns und unser Leben. iifall, das ist der neue Dreh- und Angelpunkt von oxyd. Ein grosser Tisch in einem Raum, in dem sich die Wege zwischen den Stockwerken und Ausstellungen kreuzen. Hier tafeln wir, hier träumen wir, hier denken wir. Mit immer neuen Einfällen.

iifall heisst, dass einmal im Jahr eine Künstlerin, ein Künstler, die Konfusion des Lebens in eine je eigene Form bringen und dafür den Dreh- und Angelpunkt umgestalten wird. Den Einfällen setzt nur die Statik Grenzen, wie auch der Tisch, der samt ein paar Dutzend Stühlen immer stehen bleiben wird. Drumherum ist alles möglich.

iifall steht jedes Jahr unter einem neuen Motto, einer neuen Unterscheidung oder Auswahl. Unter diesem Motto und darüber hinaus wird der Raum samt grossem Tisch allen Tanzenden, Bauchredenden, Skizzierenden, Mimenden, Klebenden, Dudelden, Deklamierenden, Zeigenden, Singenden, Ringenden oder Philosophierenden zur Verfügung stehen, um uns mit immer neuen Einfällen zu weiteren Einfällen anzuregen.

 
iifall füllt Bauch, Herz und Kopf. An jedem 15. im Monat freuen wir uns über die Welten, in die uns die Künstlerinnen und Künstler entführen; wir geniessen mit ihnen am grossen Tisch das Menü unserer Köchinnen und Köche; laben uns an den Einfällen aller Gäste; heben zum Abschluss an der Bar die Gläser. Auf dass es so weiter gehen wird!.

 
iifall 15. heisst, wir treffen uns am 15. jeden Monats, welcher Wochentag es auch immer sein mag. Um 18.00 Uhr an der Bar zur Begrüssung. Um 19.00 Uhr im iifall-Raum zur Darbietung unserer Künstlerinnen und Künstler. Um 20.00 Uhr am grossen iifall-Tisch zum gemeinsamen Speisen. Um 22.00 Uhr zum Nachtisch wieder an der Bar. Nur im August bleiben die Tore geschlossen.

 
Bis auf iifall 15. im Dezember gilt:

iifall 15. Eintritt: Fr. 20.– (für Mitglieder Fr. 10.–)

iifall 15. Essen: Fr. 18.–

 

 

iifall 15. im September: Marc Jenny kommt mit seinem Kontrabass
Donnerstag, 15. September 2016
ab 18 Uhr
Marc Jenny sucht das Licht im Klang. Und im oxyd den strahlenden Hallraum. «Irgendwohin geht die Reise», schreibt er. «Irgendjemand kommt meistens mit». Machen wir uns also auf den Weg zu seiner Improformance.

 

iifall 15. im Oktober: Ali Alfatlawi kommt ohne Rollkoffer
Samstag, 15. Oktober 2016
ab 18 Uhr
Als junger Mann verliess Ali Alfatlawi Bagdad. Im Koffer Bilder, in den Händen nichts. Gefühle, nicht der Verstand seien entscheidend, Bilder, nicht Worte. Er spricht nicht, doch dafür fängt alles, was er mitbringt, wie von selbst zu erzählen an.

 

iifall 15. im November: Lara Stanic und Andreas Pfister kommen mit Distanz
Dienstag, 15. November 2016
ab 18 Uhr
Lara Stanic hat den Klang auf ihrer Seite, Andreas Pfister den Text. Sie ist am einen Ende im oxyd. Er am anderen. Ihr Ziel: Sie wollen sich finden, sich dabei allerdings nicht näher als 1.30 Meter kommen. Und dies im Winkel von 90 Grad. So will es ihre gemeinsame Geschichte.

 

iifall 15. im Dezember: Knuth und Tucek kommen zur Bescherung
Donnerstag, 15. Dezember 2016
ab 18 Uhr
Nur als Packet für Fr. 83.– erhältlich, inklusive Schmaus mit Weihnachtsbohnen, entsprechender Gans und anderem. Wir bitten um Anmeldung bis 10. Dezember: info@oxydart.ch.
Nicole Knuth und Olga Tucek schmücken die Tanne, behängen uns mit Girlanden, dekorieren den Tisch, singen Lieder vom Nikolaus, dem Christkind und Engeln. Kochen lassen wir lieber Toni. All das wird ein formidables Weihnachtsfest.

 

 


Ausstellung | Nr. 72

Habib Asal | Gianin Conrad | Sarah Hablützel | Markus Lichti | Max Philipp Schmid | Noëmie Stähli | Stefan Wegmüller | Cecile Weibel |
«Grosse Mythen – Kleine Mythen»

5.11. – 18.12.2016

 

In der Gegenwartskunst dominieren heterogene und hybride Formfindungen sowie das Sampeln von divergentem Text-, Sound- und Bildmaterial, welches im besten Fall in neue und werkimmanent plausible Zusammenhänge gebracht wird. Besonders die erzählerische Struktur in Videos ermöglicht mittels Begriffen, Klängen und Bildern eine Kette von Ursachen und Wirkungen sowie Absichten und Motiven herzustellen. Dieses Verfahren korrespondiert mit Techniken der Werbung: Um Produkte mit einer spezifischen Aura aufzuladen, werden sie in schillernde und «neomythische» Erzählungen eingebettet, welche durch eingängige Formulierungen und effektvolle Optiken vermittelt werden.
Die Gruppenausstellung #72 (Gastkuratorin Joëlle Menzi) versammelt künstlerische Positionen, welche mit vertrauten Motiven sowie begrifflichen Suggestionen spielen. Als Lesehilfe und theoretischer Fluchtpunkt dienen die Mythen des Alltags von Roland Barthes. In seinem Frühwerk reflektiert Barthes die Wirkungsmacht kollektiver Bilder und Erzählungen in kulturellen Phänomenen der konsumistischen Nachkriegsgegenwart.

 

 

  • Cecile Weibel, «About Witchcraft and Capitalism», 2015

    Cecile Weibel, «About Witchcraft and Capitalism», 2015

  • Sarah Hablützel, «Speech», 2016

    Sarah Hablützel, «Speech», 2016

  • Stefan Wegmüller, «Mènadè bal püki bàl!», 2015,  (Detail)

    Stefan Wegmüller, «Mènadè bal püki bàl!», 2015, (Detail)

 

Weitere Informationen als Download (zip)

 

 

 


Öffnungszeiten

Freitag: 14 bis 17 Uhr
Samstag: 14 bis 17 Uhr
Sonntag: 11 bis 16 Uhr
oder nach Vereinbarung

 

oxyd Kunsträume

beim Bahnhof Winterthur Wülflingen
Wieshofstrasse 108
8408 Winterthur
Telefon 052 316 29 20

 

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