oxyd Kunsträume
Jahresbericht 2012
des Präsidenten Andreas Fritschi
Liebe Kunstinteressierte
oxyd boomt! Im Vereinsjahr 2012 bewährte sich das Konzept, neu eingeführt 2011: die „Plattform“ wurde erweitert durch ein „Podium“ mit kürzeren, belebenden Parallelausstellungen in den drei Nordkabinetten, wo vorab jüngere Kunstschaffende oder auch ganz spezielle Gäste eine Bühne erhielten. So wurden im Laufe des Jahres gleich zwei Fuder Aussstellungen eingefahren, an denen nicht weniger als 39 Künstlerinnen und Künstler beteiligt waren. Eine Agenda, die unser Team zäher Idealisten ordentlich strapazierte, weil Arbeit nicht nur während der Ausstellungen anfällt, sondern mehr noch vor und nach denselben. Überdies mussten schon 2012 arbeitsintensive Ausstellungen von 2013 (Fredis Welt) und 2014 (radius) aufgegleist werden. So hörte man kürzlich den Präsidenten persönlich eine etwas sachtere Gangart anmahnen, was von der Tafelrunde der Gönner allerdings nur mit ungläubigem Lachen quittiert wurde.
AUSSTELLUNGEN 2012
Nr. 52
22.1. – 22.4.2012
Marie-Theres Amici | Andreas Fritschi | Werner Hartmann | Beatrix Maritz | Lex Vögtli | Barbara Wiggli
«HUMUS»
Kuratorin: Adelheid Hanselmann
Podium 3
22.1. – 4.3.2012
Karin Wiesendanger | Dorina Wohlgemuth
Podium 4
11.3. – 22.4.2012
Giustino Corradini | Pädi Muntwiler
Nr. 53
13.5. – 15.7.2012
Max Bottini | Alfons Bürgler | Le Boucher Corpaato | Maia Hänny | Marc Hartmann und Philipp Hänger | Rudolf Hurni | Léonie Ludovici | Armin Wydler | Marianne Wydler
«Vom Essen und Trinken – vom Fressen und Saufen»
Kurator: Peter Killer
Podium 5
13.5. – 10.6.2012
Dominik Heim | Rando Moricca | Marco Wyss
«Malerei und Objekte»
Podium 6
17.6. – 15.7.2012
Daniel Fehr | Rebekka Gnädinger | Vincent Hofmann | Beat Wipf
«Bilder einer Ausstellung»
Nr. 54
26.8. – 7.10.2012
M.S.Bastian/Isabelle L. | Peter Bräuninger | Theres Liechti | Urs Maltry | Lisa Seipel | Fabienne Sommer | Thomas Stamm
«Mit Humor – luzid bis rabenschwarz»
Kurator: Gerhard Piniel
Podium 7
26.8. – 7.10.2012
Christoph Eisenring | Simone Monstein
«Präzis konzipiert – opulent gemalt»
Nr. 55
28.10. – 9.12.2012
Max Matter
«Drei Ausstellungen»
Kurator: Peter Killer
Podium 8
28.10. – 9.12.2012
Bendicht Fivian
«Berliner Bilder»
VEREINSLEBEN
Ausstellungsbetreuung
Die grosse Basisarbeit vieler Helferinnen und Helfer, ohne die unser anspruchsvolles Programm nicht umgesetzt werden könnte, wurde wiederum von Vreni Huber mit Umsicht und taktischem Geschick organisiert. Sie weiss die Leute zu motivieren und zu betreuen und mit Glück etwa auch neue Helferinnen einzuführen.
Rahmenprogramm
Zum Ort der Begegnung wird oxyd vor allem auch durch Rahmenprogramme. Dabei sollte es sich nicht nur um routinemässige Sonntagsführungen handeln, sondern um originelle Ideen zu attraktiven, unterhaltenden Darbietungen. Wir forderten die Künstlerinnen und Künstler auf, in diesem Sinne einen Beitrag zu leisten. Das ist einige Male hervorragend gelungen. Ein Highlight war z.B. ein einstündiger, urkomischer Auftritt von Peter Bräuniger in der Ausstellung „Humor – luzid bis rabenschwarz“ – er hatte die Lacher auf seiner Seite.
Für „Kunst und Kulinarik“ - ein Prinzip seit den Anfängen der „Werkhalle“ vor 20 Jahren - hat wiederum Toni Nigg und sein Team auf schmackhafte Weise an den oxydinnern gesorgt. Darüber sei die kontinuierliche Betreuung des sonntäglichen Bistroangebots nicht vergessen, eine Arbeit, die sich auf viele Hände verteilt.
Kunstvermittlung
Erstmals wurden zwei Ausstellungen ins Kursangebot der Museumspädagogik der Stadt Winterthur aufgenommen – mit überraschendem Erfolg. Frau Madeleine Witzig arbeitete mit 13 Schulklassen in der „Humor“-Ausstellung (Nr. 54), die natürlich die Schüler faszinierte. Weniger Klassen meldeten sich für die Ausstellung „Max Matter“ (Nr. 55). Dafür stand zum ersten Mal der inzwischen eingebaute Arbeitsraum für Workshops zur Verfügung, womit wir auch baulich am Ziel der Wünsche für effiziente Kunstvermittlung angelangt sind, dank der Unterstützung durch die Adele Koller-Knüsli Stiftung.
oxydshop
Der von Vreni Huber mit viel Herzblut betreute oxydshop, ein eldorado für Schnäppchen-Jäger der Kunst, entwickelt sich gut, auch wenn gegenüber dem Vorjahr ein markanter Umsatz-Rückgang zu verzeichnen ist. Der Erfolg ist entscheidend von den Ausstellungen abhängig und kann demzufolge von Jahr zu Jahr schwanken. Es hat sich gezeigt, dass hochpreisige Objekte schwer abzusetzen sind; kleinformatige Werke für einige hundert Franken lässt man eher „mitlaufen“.
Vorstand
Der Vorstand umfasst sieben Mitglieder: Andreas Fritschi, Präsident, Peter Huber, Vizepräsident, Peter Grüter, Gerhard Piniel, Vreni Huber, Toni Nigg und Heinz Bindschädler. Er wurde trotz Abgängen im Vorjahr nicht erweitert. Er tagte fast im Monatsrhythmus zur Besprechung und Vorbereitung der Ausstellungen und Anlässe. Als Berater nimmt Walter Weiss an den Sitzungen teil.
Kuratorenteam
Zum Kuratorenteam gehören: Peter Killer, künstlerischer Leiter, Andreas Fritschi, Peter Huber, Peter Grüter, Gerhard Piniel. Als Beraterinnen neu dazugestossen sind Astrid Schmid und Eva Ossent. Das „Podium“ wurde wiederum kuratorisch betreut von Peter Grüter und Walter Weiss. Zur primären Aufgabe des ganzen Teams gehörte das Konzipieren der Ausstellungen sowie das Suchen, Evaluieren und Einladen der Kunstschaffenden. Die konkrete Arbeit oblag dann zur Hauptsache den Kuratoren der einzelnen Ausstellungen.
Zahlen
Der Verein zählt am Ende des Berichtsjahrs 331 Mitglieder (Vorjahr 306): 1 Ehrenmitglied, 29 Clubmitglieder, Gönner und Sponsoren, 41 Aktivmitglieder (arbeitsmässig engagiert), 260 Mitglieder. Die Zahl der Besucherinnen und Besucher blieb erfreulich hoch.
Finanzen
Wie in den vergangenen Jahren durften wir zwei substanzielle Beiträge von der Stadt Winterthur und der Kulturstiftung Winterthur entgegennehmen. Finanziell steht der Verein recht gut da, sodass einige Reserven angelegt werden konnten für künftige, aufwendige Ausstellungen.
DANK UND AUSBLICK
Dank dem Einsatz der Vorstandsmitglieder und ihrer Arbeit als Kuratoren konnte ein anspruchsvolles und ansprechendes Programm verwirklicht werden. Als neuer künstlerischer Leiter hat Peter Killer mit Konzeptarbeit und als Kurator massgebende Arbeit geleistet. Peter Huber hat die Bereiche Kommunikation, Pressearbeit und Drucksachen absolut zuverlässig betreut und war als Sitzungsleiter und Aktuar unentbehrlich. Peter Grüter absolvierte als Kurator und Einrichter der Ausstellungen, als Impulsgeber und Handwerker wiederum ein riesiges Pensum. Eine Hauptausstellung hat der Berichterstatter kuratiert, der als ehemaliger Deutschlehrer auch immer zu brauchen ist, wenn Texte zu formulieren sind wie z.B. der Jahresbericht. Um die Webseite und um Grafik kümmerte sich René Fehr-Biscioni, um die Buchhaltung Heinz Bindschädler. Ihnen und allen weiteren Helfern des oxyd dankt der Präsident ganz herzlich für ihren grossen Einsatz.
Allen treuen Gönnern und Sponsoren, zumal der Stadt Winterthur und der Kulturstiftung Winterthur, die bereit ist, uns trotz ihrer Auslösung noch einige Jahre zu unterstützen, danken wird für ihre Beiträge. Wir sind auf sie angewiesen als wichtigen Bestandteil neben unserer eigenen unentgeltlichen Arbeit. Um deren jährlichen Wert zu beziffern bedarf es einer 6-stelligen Zahl.
Im schwierigen Umfeld der explodierenden, inflationären Kunstproduktion hat sich unser Konzept bewährt. Das Kriterium der Wahl unserer Kunstvermittlung heisst: Substanz und Intensität, handle es sich um ältere Kunst, auch aus Nachlässen, um etablierte Gegenwartskunst oder um junge, noch ungesicherte Kunst, für die vorab das Podium als „Prüfstand“ dient. Die breite, meist positive Resonanz des Publikums, auch auf ungewohnte Präsentationsformen, spornt uns an, das demnächst zehnjährige Dauerexperiment fortzusetzen. oxyd hat einen Status erreicht, der ausstrahlt. Im Geschäftsjargon: oxyd hat sich positioniert – und ist darum dynamisch unterwegs.
Andreas Fritschi
März 2013